Idealbild Eigenheim: Nicht nur in Deutschland eine der beliebtesten Wohnformen – mit Chancen für schlauen Umbau. Foto: Pexels/DavidMcBee
Flächen-Fraß, Zersiedelung von Landschaften und monotone Einfamilienhaussiedlungen, die fast nur per PKW erreichbar sind: Aus vielerlei Gründen steht das Einfamilienhaus aktuell in der Kritik. Doch das „Häusle“ – ob Reihenhaus, Bungalow oder freistehendes Eigenheim – ist eine der beliebtesten Wohngebäudeformen.
Vom Sorgenkind zum Möglichkeitenraum
Als „Möglichkeitenraum“ sieht die Professorin Dr. Christina Simon-Philipp von der HFT Stuttgart das Einfamilienhaus. „Das Einfamilienhaus war lange Zeit das Leitbild des Wohnens“, ordnet Simon-Philipp historisch ein. Sie ist im Interview zu Gast im BUWOG-Podcast und erläutert, wie Politik, Förderinstrumente und Stadtplanung ab den 1950er-Jahren diesem Ideal folgten und mit dem Einfamilienhäuschen auch ein konservatives Familienbild pushten. Aber: „Aus einem Einfamilienhaus kann mit relativ einfachen Mitteln ein Zweifamilienhaus werden“ – eine große Chance für neuen Wohnraum, so die Expertin in BUWOG-Podcast.

Prof. Simon-Philipp fordert mehr Kreativität im Umgang mit Einfamilienhaussiedlungen, die vielerorts durch Sanierungsstau und „leere Nester“ gekennzeichnet sind. Gemeinsam mit der Wüstenrot Stiftung haben die HFT Stuttgart und die Bundesstiftung Baukultur ein Projekt aufgesetzt, das Zukunftsperspektiven für Einfamilienhäuser aufzeigen möchte: Das Forschungsprojekt „Leben vor der Stadt.“
Wie lassen sich mit wenigen Mitteln Einfamilienhäuser neu denken? Welches Potential steckt im Gebäudebestand? Und warum brauchen wir mehr Umbau statt Abriss und Neubau auf der Grünen Wiese?
Hier das ganze Interview anhören, überall wo es Podcasts gibt und im BUWOG-Blog.
Download-Tipp:
Die Abschlusspublikation „Leben vor der Stadt – Einfamilienhäuser als Möglichkeitsräume“ kann als Print-Ausgabe bestellt oder runtergeladen werden.
Das Buch dokumentiert das Forschungsprojekt „Leben vor der Stadt“ und zeigt die verborgenen Chancen in bestehenden Einfamilienhausgebieten auf. Mit Praxisbeispielen und Konzepten wendet es sich an Kommunen, Planende, Architekt:innen und Bewohnerschaften und lädt ein, das Einfamilienhaus als lebendigen Möglichkeitsraum neu zu denken.


